Inception
Regisseur Christopher Nolan (The Dark Knight) stellt in seinem clever verschachtelten Thriller Inception die Frage nach der Echtheit der Realität. Wenn man aus einem Traum erwacht, der sehr intensiv war, weiß man im ersten Augenblick nicht wo man ist, was real ist, oder was geträumt war. So ähnlich fühlen sich die Figuren in Inception ständig, und so ähnlich fühlt man sich auch als Zuschauer, nachdem man den Film gesehen hat. Nolan gelingt nicht nur ein clever konstruiertes Action-Abenteuer, sondern vor allem auch eine Verbeugung vor der gauklerischen Macht des Films. Erzählt wird die in einer nicht allzu fernen Zukunft spielende Geschichte einer Gruppe von Gaunern und Schwarz-markthändlern, die sich mittels Narkotika und einer obskuren Maschine in die Träume prominenter Wirtschaftsbosse schleicht, um dort Informationen zu extrahieren. Anführer der Gang – und talentiertester Anwender des Traumbetrugs – ist Cobb (Leonardo DiCaprio), ein gehetzt und fahrig wirkender Mann, auf den in seiner Heimat USA ein Kopfgeld ausgesetzt ist. Der Industrielle Saito (Ken Watanabe) macht ihm ein Angebot, das er nicht ablehnen kann: Statt Informationen zu stehlen, soll er einen Gedanken in das Unterbewusstsein eines Konkurrenten Saitos pflanzen. Inception heißt dieses unter Traumdieben als riskant und experimentell geltende Verfahren. Um echte Überzeugungsarbeit zu leisten, konstruieren Cobb und sein Team drei übereinander-liegende Traum-Ebenen, in die das schlafende Opfer nach und nach transportiert wird. Das Unternehmen ist tatsächlich nicht ohne Risiko, denn durch die tiefe Betäubung laufen alle Beteiligten Gefahr, nie wieder zu erwachen, sondern sich für immer in den Tiefen ihres Unterbewusstseins, dem Limbo, zu verlieren. Was kaum einer im Team weiß: Cobbs Psyche ist kurz davor, außer Kontrolle zu geraten. Immer wieder tauchen seine verstorbene Frau Mal (Marion Cotillard) sowie Fetzen einer zum großen Teil verdrängten Leidensbiografie in den Traumkulissen auf und werden zu bedrohlichen Störfaktoren. Der britische Regisseur findet atemberaubende Bilder, um die gestalterische Macht des ruhenden Geistes zu illustrieren, etwa wenn die angehende Traumarchitektin Ariadne (Ellen Paige) zu Übungszwecken ganze Pariser Straßenzüge buchstäblich auf den Kopf stellt. Das Meisterwerk gibt es bei frents auf Blu-Ray und einen kleinen Kreisel natürlich auch. Den braucht man hinterher.

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