Gorillaz - Plastic Beach

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Gorillaz - Plastic Beach
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Es geschieht nur sehr selten, dass eine musikalische Neuerscheinung zugleich ein Abschied ist und eine Rezension auch ein Nachruf. So wie hier im Falle der Band Gorillaz, die mit Plastic Beach nicht nur ihr drittes Album herausbringt, sondern leider auch ihr letztes. Damon Albarns Spiel virtueller Bandmitglieder in Kombination mit echten Ikonen der Popkultur ist auf lange Sicht am Ende angekommen. Freuen dürfen wir uns dagegen an insgesamt drei grandiosen Konzept-Alben, darunter Plastic Beach, dem jüngsten und vielleicht konsequentesten! Hier haben Damon Albarn und seine Comic-Charaktere nochmals ganze Arbeit geleistet, indem sie ein Großaufgebot an “Dinosauriern“ für ihre Reise durch Pop, Rap, Dub, Soul und Elektronik verpflichtet haben, darunter Bobby Womack, Lou Reed, Snoop Dog, Mos Def und De La Soul. Damon Albarns Konzept lebt aus musikalischen Widersprüchen und Gegensätzen, weshalb Plastic Beach auch weitaus weniger nach ‘Plastik‘ klingt, als der Titel uns glauben macht. Dafür sorgt schon allein Arrangeur und Dirigent André de Ridder mit seinem großartigen Viva Orchester. Und auch das libanesische Nationalorchester Arabischer Musik und Mitglieder des Hypnotic Brass Ensemble aus Chicago bereichern das Klangpuzzle dieses Gesamtkunstwerks mit echtem Jazz- und Weltmusik-Feeling. Plastic Beach ist ein geistreiches und hochprozentiges Destillat digitaler Nerd-Kultur, ein hörbarer Beweis, was sich im Studio aus den Beiträgen einzelner Zulieferer alles machen lässt. Kein einziger Song auf diesem Album, der sich beispielsweise wie die jeweilige Geschmacksrichtung einer Kugel Eis beschreiben ließe, denn in jedem einzelnen Stück steckt die Vielfalt einer ganzen Eisbombe. Das wirklich Bemerkenswerte dieses Albums liegt nicht in den fiktiven Biographien ihrer Comic-Mitglieder, wie etwa Bassist Murdoc und seiner Flucht vor der Finanzkrise zum “Point Nemo.“ Wohl aber im genieverdächtigen musikalischen Gespür, hörbar in Songs, wie “Some Kind Of Nature“, in dem Damon Albarn den Gesang Lou Reeds -selten so gebrechlich und anrührend wie hier- mit dem fröhlich-quäkigen Sound eines Spielzeugkeyboards kombiniert! Neben der CD-Standardversion mit 16 Tracks ist auch eine Special-Edition von Plastic Beach erhältlich, die zusätzlich eine DVD mit einer Dokumentation enthält. - Andreas Schultz

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