William Fitzsimmons - Goodnight

Category: >

William Fitzsimmons - Goodnight
Description: Amazon
Das soll mal einer verstehen. In den USA erschien mit The Sparrow And The Crow kürzlich das dritte Album eines begnadeten Songwriters namens William Fitzsimmons. Wir müssen uns erst einmal mit zweijähriger Verspätung mit dem Vorgänger begnügen, nein vergnügen, freuen, vor solch großes Liedkunst in die weich gewordenen Knien gehen. Goodnight heißt diese funkelnde Meisterwerk aus der Rubrik Singer / Songwriter, das im Spätherbst 2008 Licht ins Grau bringt. Was irrlichten in diesem Genre nicht für Gestalten rum, die mit jammernden Stimme wehleidige Geschichten erzählen, die so gar nicht in den eigenen Lebenslauf passen wollen. Der Multiinstrumentalist Fitzsimmons mit den imposanten Barthaaren, auf der Bühne ein kaum vermuteter Plauderer, aber scheint da ungleich authentischer. Mit großem Feingefühl zieht der singende Psychotherapeut einen zarten Strich von träumerischem Folk zu sanfter Elektronik. Baut mit Ukulele, Mandoline, oder Banjo eine elegante Brücke zu pluckernden Beats und dezenten Störgeräuschen. Die Musik scheint ihm zuzufliegen, was wohl daran liegt, dass immer Musik um ihn herum war. Der in Pittsburgh geborene und nun in Illinois lebende junge Mann mit den feinen Antennen wuchs mit musikbesessenen, blinden Eltern auf. Die Karriere aber sollte erst einen Umweg nehmen, denn Fitzsimmons schloss sein Studium ab und arbeitete mit gemütskranken Menschen. In der Freizeit komponierte er in den eigenen vier Wänden Songs mit autobiografischen Zügen, die es lustigerweise in die TV-Serien wie Grey’s Anatomy“, „General Hospital“ oder „Life of Ryan“ schafften. Von erdrückender Traurigkeit sind sie trotzdem nicht, einfach nur schön, sensibel und anmutig. Wer Iron & Wine oder Sufjan Stevens mag, sollte hier eine neue Liebe finden. --Sven Niechziol