Lady Antebellum - Need You Now

Category: >

Lady Antebellum - Need You Now
Description: Amazon
Keine zwei Jahre haben Hillary Scott, Dave Haywood und Charles Kelley – die drei von Lady Antebllum – gebraucht, um vom Nobody zum Superstar aufzusteigen. Eine reife Leistung. Doch die rasante Karriere kommt nicht von ungefähr. Immerhin dürften musikalische Gene und gute Kontakte bei dem Trio nicht zu kurz kommen: Charles Kelley ist der Bruder von Popstar Josh Kelley und die Mutter der süßen Sängerin Hillary Scott ist Linda Davis – die mondäne Country-Diva der 90er Jahre. Mit so einem Stammbaum, ist offenbar alles möglich. Sogar die höchste Auszeichnung, die es in der Musikindustrie zu vergeben gibt, der Grammy: In 2011 bekamen Lady Antebellum den Award in der Kategorie „Country“ für ihr zweites Album Need You Now. Natürlich legten die Juroren das Genre großzügig aus. Denn vom traditionellen Country sind Lady Antebellum ähnlich weit entfernt, wie Willie Nelson von Death Metal. Andererseits spiegelt so ein Preis das aktuelle Geschehen der Music Row Nashvilles perfekt wider: Pop und Rock sind Trumpf. Wie viele angesagte und junge Acts aus der Country-Hochburg im Herzen Tennessees vertraut auch das charmante Trio auf einen bekömmlichen Mix aus Country, Rock und Pop. In den Lead-Vocals wechseln sich die drei ab, immer wieder stimmen sie honigsüßen mehrstimmigen Gesang an. Wer dabei an die Eagles oder an Fleetwood Mac während ihrer glanzvollen Rumours-Phase denkt, liegt sicher nicht falsch. Diese Vergleiche drängen sich bereits beim Opener und Titeltrack auf – ein wunderbarer, sansoweicher Song und frühes Highlight ihrer zweiten CD. Die anschließenden Tracks – wie „Our Kind Of Love“, „American Honey“ – sind nach ähnlichem Muster gestrickt, können aber nicht mit der zwingenden Melodie des Openers punkten. Weitere Glanzlichter setzen dagegen das schwerblütige Klavierstück „Hello World“, das im Walzertakt gehaltene „If I Knew Then“ und das opulente „Ready To Love Again“. Um europäische Ohren nicht zu sehr mit Countryklängen zu verschrecken, hält das Label eine US- und eine internationale Version parat. Bei Letzterer fiel, wie in so einem Fall üblich, manche Fiddle- und Pedal-Steel-Guitar-Passage der Studioschere zum Opfer. Außerdem passte man punktuell auch die Songauswahl dem jeweiligen Markt an. Dem entspannten Musikgenuss der CD tut dies aber keinen Abbruch. -- Gunther Matejka