Dixie Chicks - Taking the Long Way

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Dixie Chicks - Taking the Long Way
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Nichts hinterlässt tiefere Einschnitte im Leben von Menschen als Nachwuchs und Krieg--und die Dixie Chicks sind, seit ihr letztes Album Home (2002) erschien, von beidem nachhaltig geprägt worden. Die kessen Mädels von damals wirken auf Taking the Long Way nun reifer und abgeklärter. Das neue Album wurde von dem gefeierten Rick Rubin (Johnny Cash, Red Hot Chili Peppers) produziert, der in den Chicks nach eigener Aussage eine Ausnahme-Rockband sah, die ein Countryalbum machen wollte, keine Countryband, die ein Rockalbum machen wollte. Das wie gewohnt mit Beatles-Anklängen durchsetzte Werk überzeugt aber nicht nur durch Soundästhetik, sondern ist auch eine schonungslose Momentaufnahme dreier Frauen, denen persönliche und politische Ereignisse der letzten Jahre zugesetzt haben. Mit dem trotzigen "Not Ready to Make Nice" machen die Chicks klar, dass sie sich immer noch gekränkt von der massiven Ablehnung fühlen, auf die sie 2003 mit ihrer Kritik an George Bush st! ießen. Doch wie sie in dem gleichermaßen autobiographischen "The Long Way Around" feststellen, waren sie noch nie gewillt, sich anzubiedern oder nur ziel- und kritiklos vorgegebenen Pfaden zu folgen. Konkret bedeutet das, dass die Chicks ihren Starstatus einerseits mit Stolz und andererseits mit Distanz sehen ("Everybody Knows") und dass die frischgebackenen Mütter zunehmend Trost im Familienleben finden, abseits des Rampenlichts ("Easy Silence", "Lullaby", "Baby Hold On"). Von diesen Gefühlsgegensätzen lebt das Album, das auch persönliche Themen aufgreift wie die lange unerfüllten Kinderwünsche der Schwestern Martie Maguire und Emily Robison oder die Alzheimer-Erkrankung von Natalie Maines' Großmutter. Die Dixie Chicks haben die 14 Stücke mit Koautoren wie Sheryl Crow, Gary Louris, Mike Campbell und Keb' Mo' geschrieben und erzählen aus ihrem Leben so offen und ehrlich wie in einem Tagebuch. Dementsprechend scheint Taking the Long Way zunächst zu düster, um den Höre! r langfristig fesseln zu können. Das Album könnte mehr schnell! e Stücke wie "I Like It", eine freche Nummer mit Sechziger-Charme, und etwas mehr Unbeschwertheit vertragen. Außerdem entspricht das Songwriting scheinbar nicht dem Standard, den Darrell Scott, Patty Griffin and Bruce Robison auf Home setzten. Mehrmaliges Anhören zerstreut aber alle Skepsis. Bis zum letzten Titel, der R&B-Gospel-Nummer "I Hope", nimmt man Anteil an den Lebensgeschichten eines Trios, das Besinnlichkeit mit Chutzpe verbindet und Protest mit Sensibilität. --Alanna Nash